Klassiche Disziplinen

Zielsspringen

Das Zielspringen ist die älteste Disziplin des Fallschirmspringens. Gesprungen wird aus Höhen zwischen 800 und 1200 Metern über Grund. Der Springer befindet sich, je nach Absprunghöhe, zwischen drei und zwölf Sekunden im freien Fall und erreicht dabei eine Freifallgeschwindigkeit von bis zu 150 km/h . Nach der Schirmöffnung steuert er seinen Fallschirm in einen Zielkreis, in dem sich eine Matte mit elektronischer Scheibe befindet. Der Springer versucht den Nullpunkt dieser elektronischen Scheibe (3 cm im Durchmesser) so exakt wie möglich zu treffen. In der Regel wird die Scheibe mit der Ferse des rechten oder linken Fußes ausgelöst - der erste Bodenkontakt zählt. Abweichungen vom Nullpunkt (3 cm im Durchmesser) werden in Zentimetern gemessen. Bis zu einer Abweichung von 16 cm erfolgt dies elektronisch, darüber hinaus wird von Hand gemessen. Bei hochklassigen Zielbewerben bleiben Spitzenspringer in 8 Durchgängen unter einer Gesamtentfernung von 5 Zentimetern.


Stil

Beim Stilspringen verlässt der Springer das Absetzflugzeug in einer Höhe von 2300 Meter über Grund. Die ersten 10 bis 15 Sekunden Freifall legt der Springer im sogenannten "Dive" zurück (gestreckte Körperhaltung, Arme angelegt, Kopf senkrecht nach unten) . Dabei erreicht er Freifallgeschwindigkeiten von 300 km/h und darüber.


Hat der Springer die Höchstgeschwindigkeit erreicht geht er in die sogenannte "kleine Haltung" über und absolviert eine Figurensequenz aus horizontalen Kreisen und Saltos. Eine Figurensequenz setzt sich jeweils aus zwei Horizontalkreisen, einem Rückwärtssalto, nochmals zwei Horizontalkreisen und zum Abschluss wieder einen Rückwärtssalto zusammen. Es gibt vier solcher Sequenzen die sich nur durch die Drehrichtung der Horizontalkreise unterscheiden.


Der Springer versucht seine Sequenz, auch Programm genannt, so schnell und so exakt wie möglich auszuführen. Die Ausführung des Programms wird auf einem Boden-Luft-Video festgehalten, das von mehreren Schiedsrichtern ausgewertet wird.


Die Schiedsrichter ermitteln die Zeit, die der Springer für die Ausführung seines Programms gebraucht hat, und addieren für jede unsauber ausgeführte Figur Strafzeiten im Zehntelsekundenbereich. Aus der Grundzeit und den Strafzeiten ergibt sich eine Gesamtzeit. Weltklassespringer erreichen Gesamtzeiten von unter 6 Sekunden je Figurensequenz. Also weniger als eine Sekunde pro Figur.


Klassische Kombination

Die Königsdisziplin im klassischen Bereich ist die Kombination der Einzeldisziplinen Ziel und Stil. Da es beim Zielspringen um Zentimeter und beim Stilspringen um Sekunden geht, werden die Platzziffern aus den Einzeldisziplinen zusammengezählt um eine Reihung der Athleten zu erhalten. Der Springer mit der geringsten Summe aus den Platzziffern ist Kombinationssieger. Wer hohe Konzentrationsfähigkeit und überdurchschnittliche Körperbeherrschung in sich vereint, wird in dieser Disziplin ganz vorne mit dabei sein.


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